ERFOLGREICHES WOCHENENDE FÜR VOLLEY AMRISWIL

Eine Saisonrekord-Zuschauerkulisse wollte sich das Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer Volley Amriswil und dem Zweiten Schönenwerd nicht entgehen lassen. Und die 723 Zuschauer kamen in den Genuss eines äusserst spannenden Spiels, das der Favorit erst im Tie-Break des fünften Satzes für sich entscheiden konnte.

(Bernhard Windler) Das Spiel kündigte sich auch als Duell des bisher besten Scorers der ganzen Liga, Daniel Rocamora von Volley Schönenwerd, gegen Sébastien Steigmeier, Topscorer der vergangenen Meisterschaft, an. Und dieser Kampf prägte denn auch das Spiel: Mit 35 zu 24 Punkten entschied Steigmeier das Duell zu seinen Gunsten.

Enger erster Satz
Der erste Durchgang war eine enge Angelegenheit. Volley Amriswil lag bis zum Stande von 20:20 nie in Führung und musste hart kämpfen, um den stark aufspielenden Solothurnern Paroli bieten zu können. Steigmeiers Aufschlagwinner führte zur Wende, doch erst mit dem dritten Satzball holte sich der Meister den Satzgewinn.

Eine Schwäche von Amriswil ist es, dass sich das Team nach gewonnenem ersten Satz häufig auf den Lorbeeren auszuruhen scheint. Gegen die Niederämter war das vorerst nicht der Fall, doch nach dem 7:7 kamen diese bei Aufschlag Rocamoras zu fünf Punktgewinnen in Serie. Der Vorsprung hielt in der Folge allen Aufholversuchen stand; näher als auf drei Punkte kamen die Thurgauer nicht mehr heran. Das 18:25 belohnte die Gäste für eine starke Leistung.

Vermeintliche Vorentscheidung im dritten Satz
Die Pause schien beiden Teams nicht gut getan zu haben. Jedenfalls landeten von den sieben ersten Aufschlägen im dritten Satz fünf nicht im Feld des Gegners. Schon zum dritten Mal lag das Pavilcevic-Team beim ersten technischen Timeout mit 7:8 im Rückstand, doch nach dem 12:12 gelang es ihnen, sich ganz leicht vom Gegner abzusetzen. Bei 18:18 kamen die Solothurner nochmals zum Ausgleich, aber dann legte Steigmeier mit seiner Show los: Von den sieben letzten Punkten für Amriswil gingen sechs auf sein Konto. Schönenwerd versuchte es noch mit verschiedenen Spielerwechseln, doch den Satz gewann Amriswil verdient mit 25:21.

Die fünf letzten Begegnungen zwischen diesen beiden Teams waren alle mit dem identischen Score von 3:1 zugunsten Amriswils ausgegangen, und bis zum Stande von 7:7 im vierten Satz sah es nach einer Wiederholung der Ereignisse aus. Der Ein-Punkte-Rückstand beim technischen Timeout schien eher Gewohnheit als Beunruhigung zu sein, doch dann zogen die Einheimischen zehn katastrophale Minuten ein. Weder in der Annahme noch im Angriff wollte etwas gelingen. Via 7:12 und 8:16 kletterte das Resultat auf 10:20. Während die Zuschauer jeden Amriswiler Punkt noch als Zeichen der Wende beklatschten, hatten Routiniers wie Howatson oder Prével den Satz längst abgeschrieben. Für sie war es schlicht nicht entscheidend, ob der Satz mit 14:25 oder etwas knapper zu Ende ging.

Abgebrüht im Entscheidungssatz

Wie schnell ein Spiel kippen kann, zeigte sich im fünften Satz. Nachdem Prével einen schönen Angriff zum 1:1 abgeschlossen hatte, erzielten die Amriswiler bei Aufschlag von Brändli, der bei Spielmitte für van Berkel aufs Feld gekommen war, vier Punkte. Zwei dieser Punkte entsprangen relativ leichten Fehlern des sonst so effizienten Rocamora. Nach dem 5:1 wurde es nur beim Stande von 8:6 noch einmal eng, aber via 10:6 und 12:7 kam Amriswil zum klaren Satzgewinn mit 15:9.

Leichter Cup-Sieg
Knappe 24 Stunden nach dem Sieg gegen Schönenwerd traf Amriswil im Cup-Achtelsfinal auf Pallavolo Lugano. Der dreifache Meister aus dem Tessin hatte auf diese Saison hin keine Spiellizenz für die Nationalliga mehr bekommen. So findet man das Team in dieser Saison in der 1. Liga, wo sie einen hinteren Mittelfeldplatz belegen. Erwartungsgemäss vermochten die Ticinesi den souveränen Leader der NLA nie zu gefährden, und so resultierte ein klarer 3:0-Sieg. Dabei liess Coach Pavlicevic für einmal die Spieler antreten, die sonst weniger zum Zug kommen.

Strenges Programm
Am kommenden Mittwoch gastiert der Schweizer Meister in Sofia, wo im Rahmen des CEV-Cup der Hauptstadtklub CSKA wartet. Drei Tage später empfangen die Thurgauer Lausanne UC in der Meisterschaft (14. Januar, Tellenfeld, 17:00 Uhr). Am Mittwoch, 18. Januar, kommt es zum Rückspiel gegen CSKA Sofia (Tellenfeld, 19:00 Uhr). Zum Abschluss der ersten Doppelrunde in der Meisterschaft reist Amriswil am Sonntag, 22. Januar, nach Luzern (Bahnhofhalle, 18:00 Uhr).

Matchtelegramm
Volley Amriswil-Volley Schönenwerd 3:2 (27:25, 18:25, 25:21, 14:25, 15:9). Amriswil, Tellenfeld; 723 Zuschauer. 1. Schiedsrichter: Christian Wolf, 2. Schiedsrichter: Stephan Grieder. Startformation Volley Amriswil: J. Fellay, L. van Berkel, S. Steig-meier, A. Prével, A. Ljubicic, J. Howatson, M. Stiel (Libero). Best Player: Sébastien Steigmeier (Volley Amriswil), Daniel Rocamora (Volley Schönenwerd)

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