MEISTER VOLLEY AMRISWIL NOCH STÄRKER?

Volley Amriswil konnte die Komplettierung des Kaders bekanntgeben: Von Lausanne UC, dem Vizemeister hinter Amriswil, kommt der Libero Clément Daniel ebenso zu Amriswil wie aus Einsiedeln der Aussenangreifer Malte Stiel.

(Bernhard Windler) Vier Monate Monate sind vergangen, seitdem Amriswil mit dem Gewinn des letzten Satzes im letzten Playoff-Finalspiels den Schweizer Meistertitel erringen konnte. Noch zwei Monate dauert es, bis Ende Oktober die neue Meisterschaft und die erste Runde in der Champions League anstehen.

Der erfolgreiche Abschluss der Meisterschaft verhiess für die Spieler entweder Ferien oder den Umstieg in die Sommersaison als Beachspieler. Für den Staff der Mannschaft standen aber wichtige Wochen bevor: Vertragsverhandlungen und Kaderbildung. Ziel: Das Team soll in der Meisterschaft 16/17 noch stärker auftreten als im vergangenen Winter.

Clément Daniel

Clément Daniel ist Franzose. In Montpellier 1991 geboren, startete er mit 13 Jahren bei den Junioren des Pro-A-Vereins Montpellier. Im Alter von 18 Jahren wurde er ins Nationale Leistungszentrum für Volleyball aufgenommen, das er zwei Jahre später mit dem ersten Profivertrag in der Tasche wieder verliess. Schon in seiner ersten Saison in der obersten französischen Liga bei seinem Stammverein Montpellier avancierte Daniel zum Stammlibero. Ein Jahr später holte ihn der Aufsteiger Avignon zu sich, ehe er sich 2013 Lausanne UC anschloss. Clément (Vorname) Daniel (Familienname) ist 180 cm gross und 80 kg schwer. Er ist der Sohn des ehemaligen französischen Nationaltrainers Eric Daniel. Er ist Rechtshänder (eigentlich unwichtig, denn Volleyball wird mit beiden Händen gespielt – ausser dem Service, aber da wird der Libero ja ausgelassen!). Daniel hat sich für einen Transfer mit überragenden Libero-Leistungen bei Lausanne UC aufgedrängt. Im Playoff-Final bissen sich Steigmeier und Co. am Annahmespezialisten auch mit den härtesten Hammeraufschlägen und den fiesesten Floats die Zähne aus. Daniel ist kein besonders spektakulärer Spieler. Er hechtet nicht auf dem ganzen Feld herum, sondern steht seelenruhig genau da, wo der Ball hinkommt. Und: Wenn der Zuspieler mal nicht zur Stelle sein kann, ist er ein ausgezeichneter Passgeber.

Malte Stiel

Als Einsiedeln in den PrePlayoffs im Tellenfeld gastierte, raunte Manager Zweifel dem Schreiberling zu: «Schau dir den Spieler mit der Nummer 10 genau an! Den haben wir im Visier.» Er meinte Malte Stiel, den 26-jährigen Aussenangreifer im Team der Schwyzer, seines Zeichens Topscorer bei den Innerschweizern. Und jetzt gehört Stiel zum Kader von Volley Amriswil.

Stiel ist ein kompletter Spieler, gleich gut in Annahme und Angriff. Die grössten volleyballerischen Erfolge verzeichnete der 192 cm grosse Deutsche im Beachvolleyball. Deutscher Meister bei den U18-Junioren, Vizeweltmeister bei den U19-Junioren, jeweils Vierter bei der U21-WM und der U23-EM. Hallenvolleyball spielte er bei Hausen in der 3. Bundesliga und bei Rottenburg in der 2. Bundesliga. Als Malte Stiel für ein Studium der Wirtschaftswissenschaften aus dem württembergischen Lauffen nach Zürich zog, schloss er sich 2015 dem VBC Einsiedeln an. In der für Einsiedeln besten Saison seit jeher (PrePlayoff-Qualifikation) war Stiel Leaderfigur und Punktegarant in einem. Hinter Steigmeier (Amriswil), Krba (Lausanne) und Schnider (Schönenwerd) belegte er Rang 4 in der Topscorerliste der Nationalliga A. Stiel wird neben seinem NLA-Engagement weiterhin studieren und auch in Zürich wohnhaft bleiben.

Top