Sven Engeler. (Bild: WASA St. Gallen)
WASA ST. GALLEN: TRAINER SVEN ENGELER GIBT AUSKUNFT
Nach drei Jahren wagst du den Sprung in die oberste Schweizer Liga. Wie ist der Deal mit WASA zustande gekommen? Sven Engeler: Als die Kloten-Dietlikon Jets Mitte/Ende März mir bekannt gaben, dass sie für die Saison 24/25 nicht mehr mit mir als Headcoach rechnen, fing ich an mich bei anderen Vereinen umzuhören. Damals wie aus dem Nichts, hat mich dann Marcel Füllemann per Mail kontaktiert. Er eröffnete mir das WASA auf der Suche ist nach einem neuen Cheftrainer für die erste Mannschaft. Ziemlich rasch, kam es mit Thomas und Marcel zu einem online Gespräch und nach weiteren Sitzungen habe ich gegen Ende April dann definitiv zugesagt.
Hattest du noch andere Angebote aus der L-UPL Men und was hat schlussendlich den Ausschlag gegeben, dass du nun in die Ostschweiz kommst? Sven Engeler: WASA war zu diesem Zeitpunkt sehr früh mit seinem Angebot und weil die Kommunikation der Jets sehr spät war, hatte ich keine weitern Angebote im direkten Sinn. Ausschlaggebend war für mich der wertschätzende Auftritt und das frühzeitige Interesse an mir von der Vereinsführung. Für mich ist WASA ein Traditionsverein in der LUPL und daher schon immer eine Interessante Adresse gewesen, um den Sprung in die oberste Liga der Schweiz zu machen. Mich hat vor allem die Vereinsmentalität und den Willen zum Fortschritt gepackt. Die Umbruchstimmung und der Leistungsgedanke mit jungen talentierten Spielern die Zukunft von WASA zu gestalten, hatte mich ebenfalls überzeugt. Ich wurde in den letzten Monaten herzlich und offen von den Spielern, Vereinsfunktionären und Staff aufgenommen. Das bestätigt meinen Entscheid umso mehr.
Du bist militärischer Fachausbilder an der Offiziersschule in Bülach, was nicht gerade am Weg nach St. Gallen liegt. Wie bringst du Job, Familie und Sport unter einen Hut? Sven Engeler: Ich pendle für jedes Training oder Event ca. 90 Minuten, je nach Verkehrslage, von Zürich nach St. Gallen. Damit ich mein Engagement für WASA auch aufbringen kann, unterstütz mich meine Partnerin und mein Arbeitgeber. Ich habe mein Arbeitspensum auf 80% reduziert und somit die Gelegenheit WASA die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Ich bin das «Einhorn» unter den Berufsmilitärs, weil es nicht ganz so einfach ist in unserem Berufsstand sein Arbeitspensum zu reduzieren. Ich bin aber meinem Chef sehr dankbar, dass er mir dies ermöglicht hat, somit unterstützt er nicht nur mich, sondern auch den Sport und WASA indirekt. Meine Partnerin unterstützt mich mit sehr viel Verständnis. Ohne dieses Verständnis und ihre Begeisterung für den Sport wäre meine lange Abwesenheitszeit zu Hause sicher nicht möglich. Vermutlich abschliessend kommt mir auch zugute, dass ich ein «kleiner» Workaholic bin und nie still sitzen kann.
Was sind deine Vorstellungen und Ziele mit WASA St. Gallen für die kommenden Jahre? Sven Engeler: In meinem ersten Jahr geht es primär darum, als Mannschaft zusammenzurücken und eine stabile Saison hinzulegen. Weiter habe ich mit dem Staff und Team begonnen unsere Mentalität und unsere Spielweise für die Zukunft aufzubauen. Dieses Konzept tauften wir WASA-DNA. Im Wesentlichen beinhaltet dieses Konzept die Punkte, Mentalität (mit WASA muss in Zukunft wieder gerechnet werden), WASA-Athlet (beinhaltet Punkte wie, Leidenschaft, WIR-Gefühl, spielerisches Können, Taktisches, Ernährung, Physis etc.), WASA Unihockey Prinzip (Einzeltaktik, Persönlichkeit, Teamtaktik, Zielerreichung etc.)
Du beschreibst dich als kooperativen Coach und willst mit Leidenschaft dein Team mitziehen, wie muss man sich das vorstellen! Gib uns ein Beispiel. Sven Engeler: Ich bin Laut (im Positiven, motivierend), emotional und mit 110 % Engagement in den Trainings dabei. Ich scheue mich nicht meine Freude und Leidenschaft für den Sport/Team zu verstecken. Darum kann es in einem Training immer wieder mal sein, dass ich eine Übung oder eine Spielsequenz unterbreche und plötzlich auf dem Feld steh, um meine Inputs zu geben. Ich habe an mich immer den Anspruch möglichst viel Komplimente oder Kritik, rasch den Spielern weiterzugeben. Ich sehe dies, als eine Möglichkeit meine Spieler zu entwickeln. Ich möchte ihnen mit meinem Verhalten ein Vorbild sein und sie mit Spass und Leidenschaft in den Trainings mitziehen.
Die Spieler müssen in meinem Team viel Verantwortung tragen, mit hohen Erwartungen zurechtkommen, Entscheidungen treffen und sich in verschiedenen Situationen einbringen. Dafür lasse ich sie ihren Weg mit dem Staff und mir als Headcoach offen mitgestalten. Beispielsweise an der gemeinsamen Arbeit bei der WASA-DNA Mentalität oder Unihockey Prinzip. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Weg gemeinsam den grössten Erfolg für die WASA-Zukunft erlagen werden.