DIE ANFÄNGE DES SC HERISAU MIT ALT-BUNDESRAT HANS-RUDOLF MERZ

(Urs Berger) Herisau steht für Hockeytradition. Anlässlich eines Referates im Rahmen des 75-Jahr-Jubiläums ermöglichte der ehemalige SCH-Präsident und Alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz Einblicke in die Anfänge des Vereins.

Rund 60 Hockeyfreunde folgten der Einladung des Jubiläumsprogramms „75 Jahre SC Herisau“ und lauschten interessiert den Anekdoten von Merz. Im Saal waren einige ehemalige Vereinsmitglieder, ein Gründungsmitglied und frühere Spielerlegenden. Das Talent für spannende Reden hat der pensionierte Politiker noch nicht verloren. Man hätte dem Herisauer noch lange zuhören können. Die begeisternde Art des prominenten Referenten steckte an. Mehrmals lachten Merz und das Publikum herzhaft. Merz fühlte sich fast wie bei „Bbbb-Bündnerfleisch“. Er scherzte aber, dass er diesmal die Rede selbst geschrieben habe!
Fusion von Eisverein Herisau und EHC Herisau

Der SC Herisau, ein Fusionskind zwischen dem Eisverein Herisau und dem EHC Herisau, startete mit einfacher Infrastruktur. Zwischen Kaserne und dem heutigen Sportzentrum wurde jeweils eine Eisbahn erstellt –  Bandenhöhe: 30 Zentimeter. Die Partien fanden nur statt, wenn das Wetter mitspielte. Kurzerhand telefonierten die Trainer der Teams jeweils am Samstag, um ein Spiel für den nächsten Tag zu fixieren. Danach wurden noch Plakate gedruckt und aufgehängt. Mit Bierharassen wurden zwei Reihen Stehplätze erstellt. Merz selber erinnert sich noch gut, wie er jeweils zuhause schon die Schlittschuhe schnürte und auf der Kasernenstrasse zum Eisfeld skatete. Das zweite Spiel in der Vereinsgeschichte verlor der SCH damals mit 0:16 Toren gegen St. Gallen. Der deutliche Sieg am letzten Samstag war gewissermassen eine späte, kleine Revanche.

Inserate für Spielersuche

Die jüngeren Fans wissen wohl kaum, dass Herisau zwischenzeitlich einige Jahre die Spiele im St. Galler Lerchenfeld durchführte, einem Stadion mit Tribünenplätzen, von welchen aus man gar nicht aufs Spielfeld sah. Nach dem Bau des Herisauer Sportzentrum wurde der Eishockeybetrieb wieder im Appenzellerland aufgenommen. Dazu präsentierte Merz Inserate der Spielersuche und las seine Antworten auf die eingegangenen Bewerbungen vor. Rund um den Bau des Sportzentrum wusste Merz auch einige amüsante Geschichten zu berichten. So wurde kurzerhand vor der eigentlichen Finanzierung schon ein „Bäggerli“ auf die Wiese gestellt, damit man in Bern berichten konnte, der Bau hätte bereits begonnen.

Träumen ist erlaubt

Der SC Herisau zu Gast in England, der Aufstieg in die Nationalliga B, schon damals schwierige Transfers und und und. Merz hat deutlich aufgezeigt, wie viel Tradition im SCH steckt. Der Alt Bundesrat dankte den anwesenden Legenden und lobte zugleich auch die nicht einfache Arbeit des aktuellen Präsidenten Markus Bachschmied. Etwas wehmütig schilderte er, wie er immer hoffte, dass sich Herisau als ein „Puck-Dorf“ neben der „Ball-Stadt“ St. Gallen etablieren könnte. Es schmerze ihn, wenn er feststelle, dass der Puck teils eher in Richtung Thurgau gerollt sei, so Merz.

Merz’s Vortrag war eindrücklich gelebte Tradition. Schön, dass die Geschichte des SC Herisau weitergeht. Es bleibt spannend, wohin es den Verein zieht. Vorstandsmitglied Max Nadig teilte mit einem Grinsen mit, dass bei einem zukünftigen Aufstiegsspiel von der Nati B zur Nati A alle Besitzer des Jubiläumstrikots freien Eintritt geniessen würden. Träumen ist erlaubt, auch davon lebt ein Verein!

Der Jubiläums-Pin, das Jubiläumstrikot und die DVD mit dem Aufstiegsvideo können bei den Heimspielen des SC Herisau im „Getränke-Höttli“ erworben werden.

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