ERFOLGREICHE FÖRDERUNG IM KUNSTTURNZENTRUM RLZ FÜRSTENLAND

Nach sieben Jahren RLZ Ostschweiz und gut zwei Jahren unter der Geschäftsleitung von Arielle Salomon und einem neuen Trainerteam, gilt es den erfolgreichen Aufbau zu konsolidieren und weiter zu entwickeln sowie die sportlich geplante Zukunft bis 2020 zu schärfen.

(Herman Rüegg) Bei den Damen wie den Herren stehen je zwei professionelle Trainergespanne dafür ein, die hochgesteckten Ziele auch zu erreichen und das RLZ Ostschweiz im sportlichen Konzert der Schweizer Kunstturnerszene in den Top 3 zu etablieren. Für das RLZO Führungsteam ist es von enormer Wichtigkeit , dass sich die Turnenden, welche sich im Spitzensportbereich des RLZ Ostschweiz einfügen, sich mit den Vorgaben des Schweizer Turnverbands und der Strategie der Trainer identifizieren. Die gemeinsame Vision ist die Basis für den Erfolg. „Unsere Aufgabe ist es, die Athleten mit einer professionellen und fachkompetenten Trainercrew und einem starken Umfeld zu unterstützen und zu begleiten, damit die Turnerinnen und Turner sich entfalten können. Es macht keinen Sinn den jungen Menschen zu den hohen Erwartungen zusätzlichen Druck aufzubürden. Es ist auch unsere klare Aufgabe sie zu beraten, offen und ehrlich die Möglichkeiten sowie Grenzen und Optionen aufzuzeigen. Das ist von Talent zu Talent verschieden, denn die psychischen wie physischen Entwicklungswege sind sehr unterschiedlich. Da gilt es mit Gefühl und nicht mit Druck den individuellen Weg für die Athleten zu finden“, so Salomon. Willi Aurich, Präsident des Trägervereins RLZ Ostschweiz: „Wir erwarten Leidenschaft, eine hohe Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Sportler, welche wir mit einem professionellen Umfeld unterstützen und auf dem anspruchsvollen Weg zur nationalen Spitze begleiten.“

Arielle Salomon, wie ist der Stand der Organisation und wo gilt es noch anzupacken?
Es ist uns gelungen innerhalb des RLZ Ostschweiz eine leistungsfähige Crew zu formen, welche abgestimmte Ziele verfolgt, nämlich das volle Potential der jungen Talente auf dem Weg zur nationalen Spitze auszuschöpfen. Dies ist mit klaren Zielen, Eigenverantwortung, Freude und einer anpassungsfähigen Organisation zu erreichen. Es braucht eine Begleitung der Athleten, die Freude und Erfolg kreiert, auf die Eigenverantwortung der Turnenden setzt und auch von einer gesunden Teamdynamik und gegenseitiger Motivation gestärkt wird. Nach wie vor ist das Ganze ein finanzieller Spagat, um das Budget von etwa 750’000 Franken stemmen zu können. Diesbezüglich hoffen wir, die Infrastruktur des RLZ Ostschweiz noch weiteren Sportarten für Trainingseinheiten zu öffnen und  noch bekannter zu machen was in der Halle an der Toggenburgerstrasse in Wil so alles läuft.

Willi Aurich, ist die Philosophie ohne Druck zu begleiten für den Spitzensport in der heutigen Zeit nicht eine Kuscheltaktik, die nicht zum Ziel führt?
Wir beweisen in der Nachwuchsförderung einen erfolgreichen Weg, den wir weiter ausbauen werden. Statt Kuscheltaktik wenden wir modernste Trainingsphilosophien an, welche wir für unsere Ziele adaptieren. Die Turnerinnen und Turner haben mit einer klaren Vereinbarung mit uns die Zielsetzungen und Kadervorgaben des Verbandes definiert. Das heisst, sie setzen sich mit ihren Zielen auch die Erwartungshaltung selber auf ein hohes Niveau. Es ist aber unsere Aufgabe und Pflicht mit klaren Vorgaben, ehrlichen Gesprächen und Analysen zu führen, wie diese Ziele zu erreichen sind. Wenn man bedenkt, dass die Kaderturner des RLZ Ostschweiz über 20 Stunden pro Woche trainieren, zum Teil auswärts wohnen und fern von zu Hause in die Schule gehen, sehr viel Freizeit einsetzen und stark von ihrem familiären Umfeld unterstützt werden, turnen sie auf einer Stufe, auf welcher sie ganz klar eine Qualifikation für die nationalen Kader anstreben. Wenn wir sie beraten und im Training anleiten, fordern und fördern, tun wir dies nach modernen und erfolgreichen Grundsätzen mit bestens ausgebildetem Personal. Die Trainercrew hat Spitzensport selbst erlebt, alle verfügen über einen Universitätsabschluss in Sport und folgen einer  bestimmten, fairen und klaren Führung zum Ziel.

Es gab ja in  den vergangenen Jahren immer wieder Änderungen in der Trainercrew, begleitet von nicht nur sanften Nebengeräuschen?
Das Team muss sich entwickeln können. Jeder Wechsel in der Trainercrew fordert immer wieder alle und ist eine Chance die Zukunft zu überdenken und zu gestalten. Der jüngste Abgang von Herrentrainer Csaba Bordán war wie bekannt aus privaten Gründen (Rückkehr mit der Familie in die Heimat Ungarn) absehbar. Bei den Damen mit Gabor Kiss, Eszter Kissnè Horvath und Hana Trkalovà wie bei den Herren mit Cheftrainer Csaba Zsákai und dem neuen Assistenten, dem Franzosen Sebastien Darrigade, haben wir ausgewiesene Fachleute in der Verantwortung, welche auch unsere Philosophie der kompetenten Führung, Coaching und Kontinuität mittragen. Die ganze Crew des RLZ Ostschweiz, das heisst vom ganzen Trainerstaff bis zum Vorstand ziehen am selben Strick und in derselben Richtung und das stimmt doch sehr zuversichtlich..

Gerade zum Ende der laufenden Saison haben einige Turner/innen dem absoluten Spitzensport adieu gesagt. Gibt es da grosse Lücken?
Das Team hat viel erreicht, welches auch national für Erfolge sorgte. Einige von ihnen, welche Mitglied im erweiterten Nationalkader waren, mussten feststellen, dass es aus Altersgründen für die Nationalteams nicht mehr länger reichen wird, denn junge Kräfte stossen nach. Deshalb setzten sie vermehrt berufliche Schwerpunkte. Wir im RLZ Ostschweiz haben das Glück, wieder junge Jahrgänge mit neuen Jungs und 20! Girls über die kommenden fünf Jahre zu fördern und zu begleiten. Da gibt es wieder Talente, welche in die Fussstapfen eines Pablo Brägger oder einer Giulia Steingruber treten könnten. Gerade der Spitzensport ist kontinuierlich in Bewegung und fordert viel Innovation und die Bereitschaft sich den Veränderungen anzupassen, denn Stillstand ist Rückschritt und das wäre Gift im Kunstturnen.

Gibt es genügend Nachwuchs aus den Satelliten?
Es ist nach wie vor eine Herausforderung genügend Spitzenturner/innen für das RLZ Ostschweiz zu entdecken. Diesbezüglich möchten wir die Zusammenarbeit mit den Satelliten und Partnern laufend optimieren. Es ist uns bewusst, dass wir teilweise auch davon abhängig sind, dass aus den Satelliten Talente gefördert werden, welche ins RLZ Ostschweiz und dann in die Schweizer Nachwuchskader aufsteigen können. Dies setzt voraus, dass in sportlichen Belangen dieselben Philosophien gelebt werden und gegenseitige konstruktive Kontakte gepflegt werden.

Fünf Jahre vor Elitekader
Mitte November fanden in Genf und Widnau die nationalen Testtage statt, bei welchen die Turner/innen sich für die verschiedenen nationalen Kader empfahlen und so auch entsprechend auf die Unterstützung des Verbandes zählen können. Das RLZ Ostschweiz konnte erfolgreich mit Medaillen zurückkehren. Die finalen Resultate werden demnächst bekannt und sind für die Regionalen Leistungszentren und deren Satelliten ein mit Spannung erwarteter und sehr wichtiger Gradmesser, so quasi eine Standortbestimmung – fünf Jahre vor einer möglichen Elitequalifikation der Boys und Girls. Es ist auch eine klare Aussage über den Stand der Vorbereitung der Turnenden und die Qualität der Trainercrews. In dieser Hinsicht konnten wir bestätigen, dass wir auf einem erfolgreichen Pfad sind.

Bildlegende: Die verantwortlichen Trainer-Paare im RLZ Ostschweiz (v.l.n.r.) Cheftrainer Herren Csaba Zsákai und Assistenztrainer Sebastien Darrigade aus Frankreich und bei den Damen mit Eszter Kissnè Horvath und Gabor Kiss.

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